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Das Netz kocht

  • Autorenbild: GB
    GB
  • 2. März 2018
  • 2 Min. Lesezeit

Eigentlich kocht es an allen Ecken und Enden: Die Stahlkocher kochen sowieso und jetzt noch mehr, da ihre Produkte vom amerikanischen Porzellanladenelefanten mit Strafzoll belegt werden. Genau wie Aluminium. Da es aber schon in der Bibel heißt "Auge um Auge, Zoll um Zoll", sinnt der EU-Juncker schon auf Rache. Europa wird den Bourbon besteuern, dass es nur so qualmt. Da stellt sich jetzt nur die Frage, ob die Europäer mehr saufen als die Amerikaner Stahl verbauen. In Italien ist ER wieder da und läuft sich warm, wieder Regierungsverantwortung zu übernehmen. Silvio B., der Unwiderstehliche mit dem Sexappeal einer Mumie. Auch das halten wir noch aus. Und auch in Deutschland kocht es - zumindest im Netz. Das Bundesnetz wurde gehackt. Und in Facebook kocht es sowie ständig, jetzt vor allem, weil sich folgendes zutrug: Eine Lehrerin schrieb einen Brief an die Eltern ihrer 2. Klasse wegen eines beabsichtigten Ausflugs zum Schlittschuhlaufen. Die Anrede lautete: Liebe Eltern. Und der letzte Satz der Notiz lautete: "Es wäre schön, wenn ein paar MÜTTER ab 9.30 Uhr am Eissportstadion...." Und genau diese Formulierung fliegt der Lehrerin jetzt um die Ohren. Weil sie nämlich,Sigmund Freud folgend, schon vorweggenommen hat, wie die Realität aussieht. Nämlich, dass die Eltern angesprochen werden und die Mütter hernach mithelfen. Jetzt stellt sich das Netz Fragen wie: "Wird es immer noch für selbstverständlich gehalten, dass sich die Mutter um den Großteil der elterlichen Pflichten kümmert?". Oder aber auch: "Eigentlich kaum vorstellbar, dass diese Denkweise heutzutage noch weit verbreitet ist."  Ich weiß nun auch gar nicht, weshalb die Leute sich aufregen. Darüber, dass die Lehrerin statt "Mütter" lieber "Eltern" hätte schreiben sollen, auch wenn sie sehr wahrscheinlich die Erfahrung gemacht hat, dass ohnehin immer Mütter dabei sind? Nunja, hätte man geschickter machen können. Ist es ein Beinbruch? Nö. Warum tun wir in diesem Land bei jedem verbalen Furz, als sei es ein Beinbruch? In diesem Fall wahrscheinlich deshalb, weil beim Schlittschuhfahren wieder nur Mütter dabei sein werden und man jetzt auch eine Schuldige dafür hat: Die Lehrerin, weil sie vergaß, die Männer anzusprechen. Alle Männer waren wegen dieses Schreibens schlagartig gehörlos und haben gesagt: Wir sind nicht gemeint. Was wären wir sooooo gerne mitgekommen, aber die Frau Dings will uns ja nicht dabei haben. Oder aber sie kamen aus Trotz mit, eben weil sie nicht angesprochen wurden, um der Frau Dings zu zeigen, was eine Harke ist. Mal andersherum betrachtet: Vielleicht wollte die Lehrerin auch bewusst keine Väter dabei haben, weil sie aussieht wie Miss World und nicht immer mit Blicken ausgezogen werden möchte. Okay, das wissen wir jetzt auch nicht so richtig. Die Lehrerin hätte auch statt "Mütter" das Wort "Väter" schreiben können. Dann hätten sich die Mütter, die sich jetzt aufregten, zwar genauso aufgeregt. Die Männer hingegen hätten sofort erkannt, dass sie gefordert sind, weil es zweifellos darum gehen müsse, Eishockey zu spielen, antizipativ sozusagen. Aber eigentlich dreht sich der Facebook-Mumpitz nur darum, dass da nicht "Eltern" stand. Hätte ich diese Einladung bekommen, wäre ich einfach mitgegangen und hätte die Lehrerin mit den Worten begrüßt, dass ich heute die Mutter bin. Deshalb muss ich keinen Facebookaufstand anzetteln. Wir haben eindeutig zuviel Zeit in diesem Land und keine echten Probleme, wie es scheint.

 
 
 

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